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ISO 13920: Allgemeintoleranzen für Schweißkonstruktionen
ISO 13920 »Schweißen – Allgemeintoleranzen für Schweißkonstruktionen« ist die Norm für alle Maße einer geschweißten Baugruppe, an denen keine eigene Toleranz steht: Längen- und Winkelmaße in den Klassen A bis D, Geradheit, Ebenheit und Parallelität in den Klassen E bis H. Seit August 2023 gilt die Ausgabe DIN EN ISO 13920:2023-08. Was »ISO 13920-BF« im Schriftfeld heißt, was sich gegenüber 1996 geändert hat – und was bei der Erstbemusterung einer Schweißbaugruppe anders ist.
Wofür die Norm gilt
Die Norm legt Allgemeintoleranzen für Längen- und Winkelmaße sowie für Form und Lage an Schweißkonstruktionen in vier Toleranzklassen fest, die auf werkstattüblichen Genauigkeiten beruhen. Welche Klasse gewählt wird, soll sich nach der Norm an den funktionellen Anforderungen richten – nicht daran, was die Werkstatt gern hätte. Sie gilt für die Maße der Baugruppe nach dem Schweißen; die Einzelteile tragen ihre eigene Allgemeintoleranz, etwa ISO 2768 für zerspante oder DIN 6930-2 für gestanzte Teile. Die Übersicht aller Verfahren steht unter Allgemeintoleranzen je Verfahren.
Die Ausgabe 2023-08 ersetzt DIN EN ISO 13920:1996-11. Geändert wurde laut Änderungsvermerk nur zweierlei: das Dokument folgt den neuen Gestaltungsregeln der ISO, und die normativen Verweisungen sind aktualisiert. Die Toleranzwerte selbst sind dieselben geblieben – wer die Tabellen von 1996 kennt, kennt die von 2023.
Die Klassen: A bis D und E bis H
| Gruppe | Klassen | Wofür |
|---|---|---|
| Längen- und Winkelmaße | A (fein) bis D (grob) | Abstände, Längen, Höhen, Winkel zwischen geschweißten Teilen; die Winkeltoleranz hängt am kürzeren Schenkel |
| Geradheit, Ebenheit, Parallelität | E (fein) bis H (grob) | Verzug nach dem Schweißen: gerade Träger, ebene Platten, parallele Flansche |
Im Schriftfeld stehen beide Buchstaben zusammen: ISO 13920-BF heißt Klasse B für Längen und Winkel, Klasse F für Geradheit, Ebenheit und Parallelität. Eine Zeichnung, die daneben ISO 2768-mK nennt, meint damit die zerspanten Maße – wer welches Maß nach welcher Norm prüft, entscheidet der Mensch, nicht die Software.
Die Norm sagt auch, wie geprüft wird: Sie hat eigene Abschnitte zur Prüfung von Geradheit, Ebenheit und Parallelität und einen Abschnitt »Mangelnde Übereinstimmung« – was gilt, wenn ein Maß außerhalb liegt.
Was bei der Erstbemusterung einer Schweißbaugruppe anders ist
- Zwei Allgemeintoleranzen auf einer Zeichnung. Die Baugruppe folgt ISO 13920, die Einzelteile ihrer eigenen Norm. Im Bericht steht an jedem Merkmal, welche gilt – sonst prüft der Kunde ein Schweißmaß gegen eine Drehtoleranz und weist zurück.
- Gemessen wird nach dem Schweißen – und nach dem Richten. Verzug ist der Normalfall. Ob vor oder nach dem Richten gemessen wird und ob Richten erlaubt ist, steht im Prüfplan und, wenn der Kunde es verlangt, im Bericht.
- Bezüge festlegen. Geradheit und Parallelität brauchen ein Bezugselement. Welche Fläche der Bezug ist, steht im Prüfplan, damit fünf Musterteile gleich aufgelegt werden.
- Die Naht ist kein Maß. a-Maß, Nahtlänge und Nahtqualität sind eigene Merkmale mit eigenen Regeln; ISO 13920 toleriert die Geometrie der Baugruppe, nicht die Schweißnaht.
- Werkstoffnachweis je Einzelteil. Eine Baugruppe aus drei Blechen und einem Rohr hat vier Zeugnisse mit vier Chargen – und einen Schweißzusatz mit eigener Charge.
So liest irot Erstmuster die Zeichnung einer Schweißbaugruppe
Steht ISO 13920 mit Klasse im Schriftfeld, erkennt irot Erstmuster Norm und Klassen und kennzeichnet jedes Maß ohne eigene Toleranz damit; die Grenzabmaße trägt der Prüfer aus der Tabelle ein. Steht daneben ISO 2768 mit Klasse, rechnet das Programm die ISO-2768-Grenzmaße und kennzeichnet, dass für einen Teil der Maße die andere Norm gilt – welche Maße das sind, entscheidet der Prüfer. Nie wird eine Schweißtoleranz aus einer Drehtoleranz geraten.
Häufige Fragen
- Welche Toleranzklassen hat ISO 13920?
- Vier Klassen A bis D für Längen- und Winkelmaße und vier Klassen E bis H für Geradheit, Ebenheit und Parallelität. Im Schriftfeld stehen beide Buchstaben zusammen, etwa »ISO 13920-BF«.
- Was bedeutet ISO 13920-BF?
- Klasse B für Längen- und Winkelmaße und Klasse F für Geradheit, Ebenheit und Parallelität – jeweils die zweite von vier Stufen.
- Ist die Ausgabe 2023 anders als die von 1996?
- Nach dem Änderungsvermerk nicht inhaltlich: DIN EN ISO 13920:2023-08 passt das Dokument an die neuen Gestaltungsregeln der ISO an und aktualisiert die Verweisungen. Die Toleranzwerte sind dieselben geblieben.
- Gilt ISO 2768 für Schweißbaugruppen?
- Für die Maße der geschweißten Baugruppe gilt ISO 13920. ISO 2768 gilt daneben für die zerspanten Maße, wenn die Zeichnung beide Normen nennt – welches Maß zu welcher Norm gehört, legt der Prüfplan fest.
- Wie wird Ebenheit nach ISO 13920 geprüft?
- Die Norm hat eigene Abschnitte zur Prüfung von Geradheit, Ebenheit und Parallelität. Der Prüfplan nennt das Bezugselement und die Messmittel, damit alle Musterteile gleich aufgelegt werden.
Quellen und Stand
- DIN EN ISO 13920:2023-08: »Schweißen – Allgemeintoleranzen für Schweißkonstruktionen – Längen- und Winkelmaße, Form und Lage (ISO 13920:2023)«, gültig, 15 Seiten, ersetzt DIN EN ISO 13920:1996-11. DIN Media, https://www.dinmedia.de/de/norm/din-en-iso-13920/369770591, gelesen am 16.10.2026.
- Die Hinweise zur Bemusterung (Richten, Bezüge, Zeugnisse je Einzelteil) sind Praxis aus Schweißbetrieben, keine Normaussage; maßgeblich sind Norm und Kunde.
Normtexte sind urheberrechtlich geschützt und kostenpflichtig. Wir geben ihren Inhalt sinngemäß wieder; maßgeblich sind die Norm in der gültigen Fassung und die Vorgaben Ihres Kunden.